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Wie bekannt wollen wir in diesem Jahr den ersten großen Neubau der ZEGG-Geschichte realisieren: Das ‚Haus der Möglichkeiten‘ – ein Strohballen – Lehmbau Wohnhaus für bis zu 25 Menschen. Unter anderem haben wir 2023 die ZEGG Wohnen eG als weitere Rechtsform in unserer Gemeinschaft gegründet, um dieses Vorhaben realisieren zu können. Mittlerweile verwaltet sie, wie geplant, alle Vorgänge des privaten Wohnens im ZEGG.

Bauantrag

Im August letzten Jahre hat das Architekturbüro bzw. der Vorstand der Genossenschaft mit Freude und Zufriedenheit den Bauantrag eingereicht. Im Spätherbst wurde der Bauplatz vorbereitet. Eine Reihe von Bäumen musste gefällt werden, die als Brennholz oder als Schnittholz für den Möbelbau weiterverwendet werden. Eine Tiefbaufirma hat das Planum, also den zukünftigen Bauplatz, vorbereitet. Zurzeit liegt er schneebedeckt im Winterschlaf. (https://www.hausdermöglichkeiten.de/fotos-projekt-tagebuchhttps://www.hausdermöglichkeiten.de/fotos-projekt-tagebuch/)

Wenn alles gut geht, wird am 6. April mit dem Bau der Bodenplatte begonnen – und zum Sommercamp soll der Rohbau stehen.

Dabei durften wir lernen, dass zwischen einem ‚abgegebenen Bauantrag‘ und einem ‚rechtsgültig angenommenen‘ Bauantrag noch einiges an Wegstrecke dazwischenliegt. „Aller Anfang ist schwer“ sagte uns Björn, ZEGG-Bewohner seit 13 Jahren und Mitarbeiter im beauftragten Berliner Architekturbüro. Es ist unser erster größerer Neubau, für den der Bebauungsplan, der 2017 nach langer Vorarbeit genehmigt wurde, den Weg freigemacht hat.

Unklarheiten und Unstimmigkeiten zwischen Landesbauamt und städtischem Bauamt darüber, welche Fassung des Baugesetzes jetzt für die zulässige Geschosshöhe gültig ist; ob die beim Katasteramt vorliegende, aber von der Realität abweichende Flurkarte gilt, oder der reale Straßen und Grenzverlauf; ob Balkone den 50m Radius um unsere stillgelegten Brunnen (die aber im gültigen Bebauungsplan eine nicht-Bebauungszone markieren) überragen dürfen oder nicht; ob wir eine Ausnahmegenehmigung zu den eigentlich für den Neubau vorgeschriebenen 12 neuen Parkplätzen bekommen (wir haben z.Zt. im gesamten ZEGG nur 16 Autos in Privatbesitz) und so weiter und so fort – Baustein für Baustein ist kleinteilig eine Ordnungs- und Vorschriftenebene abzuarbeiten, die ‚nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig‘ ist (wie unser ehemaliger G-Teamleiter Jack oft zu sagen pflegte.).

Aber es geht voran. Die Einigung von Bauamt Belzig mit Landesbauamt Teltow-Fläming in Sachen Geschosshöhe konnte neulich im kleinen Kreis gefeiert werden.

Finanzierung

Während das Architekten-Team mit Hochdruck daran arbeitet, dass der Bauantrag (rechtzeitig) genehmigt wird, sind andere aus dem Kaenguru-Team weiter mit der Finanzierung beschäftigt. Die Genossenschaft steht auf recht soliden Füßen. Gut eine Mio. € wurde ZEGG-intern eingeworben an Genossenschaftsanteilen und Direktkrediten, und zusätzlich sind durch die Crowdfunding-Kampagne zum ‚Haus der Möglichkeiten‘ (https://www.hausdermöglichkeiten.de/unterstuetzen/) nochmal rund 400.000 € dazugekommen. An dieser Stelle ein fettes „DANKE!“ an alle, die sich daran beteiligt haben. Für den Rest der Finanzierung soll ein vergünstigtes Darlehen der KfW-Bank für Ökohäuser und ein ‚normales‘ Grundschuld-Darlehen der GLS-Bank sorgen. Auch dabei sind wir in Verhandlungen und noch ist nicht alles ‚in trockenen Tüchern‘ – aber wir sind optimistisch, dass auch das gelingt. Und wir freuen uns weiterhin sehr über Unterstützung aus unserem Freundeskreis, der uns hilft die Zinslast gering zu halten, damit wir uns weiterhin auf unsere Arbeit als intentionale Gemeinschaft konzentrieren können.

Eigenleistung?!

Eine wichtige Frage stand bis vor kurzem auf der Agenda, über die länger diskutiert wurde: Wollen wir den Strohballen-Einbau weitgehend selbst übernehmen und dadurch rund 100.000 € sparen – oder ist es sicherer, das ‚Komplett-Paket‘ einer Firma anzunehmen, die sich auf Strohballenhausbau spezialisiert hat, aber deutlich teurer ist. Diese Frage ist Mitte Januar im Kaenguru-Kreis zugunsten der Eigenleistungs-Variante entschieden worden, sodass wir als Gemeinschaft und auch unser Freundeskreis ganz persönliche Erfahrungen mit dem Neubau machen kann. Mit Björn haben wir einen Menschen im Team, der aus seiner Zeit im Ökodorf 7 Linden viel Erfahrung im Strohballenbau mitbringt und wir haben schon viele Baustellen in einer Kombi aus Profi-Firmen und Eigenarbeit ‚gewuppt‘. Das macht zuversichtlich! Doch das Vorgehen ist nicht ohne Risiko. Regen ist in bestimmten Bauphasen der größte Feind einer Strohballenhaus-Baustelle, also muss es fix gehen – und das ist nicht immer das größte Plus von Baustellen mit vielen angelernten Helfenden. Aber wir sind optimistisch, diese Hürde zu nehmen. Auch den Freundeskreis werden wir fragen und wenn Du jetzt schon weißt , dass Du als Unterstützer*in in diesem Sommer eventuell bereit bist und vielleicht sogar schon etwas Bauerfahrung mitbringst – meldet dich gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Ausblick: Wer wird da wohnen?

Auch unser vor einem Jahr gestartetes ‚Trafo-Team‘ – der Kreis von Menschen, der einen Transformationsprozess des ZEGG begleiten und mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven erarbeitet, beschäftigt sich mit dem Neubau. Das Gebäude ist so geplant, dass der Zuschnitt der Wohneinheiten ohne allzu großen Aufwand geändert und den Bedürfnissen der dort Wohnenden angepasst werden kann, z.B. durch Zimmer die flexibel verschiedenen WGs zurechenbar sind. Aber natürlich sollte einige Monate vor Fertigstellung feststehen, wie denn die ‚erste Fassung‘ von Wohnungszuschnitt aussieht. Das ist vor allem eine soziale Frage. Welche Wunsch-WGs wollen zukünftig zusammenkommen? Wie finden sie sich? Sollen Wohnungen freigehalten werden, damit Familien dort einziehen können, die bislang noch nicht im ZEGG leben? Sind es eher die langjährigen ZEGG-Bewohner*innen, die dort einziehen werden, oder solche, die neu dazukommen? Unter anderem solche Fragen werden vom Trafo-Team aufgeworfen und dann in der Gemeinschaft diskutiert, und dieser Prozess fängt in Kürze an. Auch Fragen eines weiteren zukünftigen Neubaus werden jetzt schon bei der Geländegestaltung angedacht .

 

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