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Mehr wurde den ZEGG-Bewohner*innen erstmal nicht verraten, denn es sollte eine Überraschung sein.Es kamen sicher nicht alle, aber Viele. Und dort erfuhren wir, von Heinz Eisner aus dem Geschäftsführungsteam: „Das ZEGG ist ab sofort fast 1 Million Euro reicher! Präziser (leider): Es hat fast eine Million Euro Schulden weniger. Wie kommt’s?

Bei der Gründung des ZEGG vor fast 35 Jahren war ein zinsgünstiges Darlehen, welches die Schweizer Stiftung „Experiment für eine Humane Erde“ der damaligen ZEGG Forschungs- und Bildungszentrum GmbH zur Verfügung stellte, ein wesentlicher Posten dafür, dass der Kauf des Geländes möglich wurde. Die Stiftung hatte ihr Stiftungskapital generiert von den Erlösen aus dem Verkauf eines landwirtschaftlichen Anwesens in Steckborn am Bodensee. Felix Matile -mit 86 Jahren jetzt ältester ZEGG-Bewohner – hatte sein ererbtes Vermögen damals in die genannte Stiftung umgewandelt, um die Gründung des ZEGG zu unterstützen.

Viele Jahre haben wir jährlich für Zinsen und Tilgung gezahlt. Jetzt hat Heinz in langwierigen Verhandlungen mit der Schweizer Stiftungsaufsicht und dem Stiftungsrat bewirkt, dass die Stiftung auf weitere Darlehensrückzahlung verzichtet und die Restschuld erlassen wird. Eine Veränderung der Rechtslage im Schweizer Stiftungsrechts hat vor einiger Zeit die Möglichkeit hierfür eröffnet. Dass die ideelle Ausrichtung der Stiftung und die des gemeinnützigen ZEGG-Bildungszentrums nahezu identisch sind, war eine wichtige Voraussetzung des Gelingens.

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Und so wurde gefeiert. Obwohl es ein ganz normaler Werktag war. Erst am Dorfplatz, wo die Nachricht verkündet wurde. Dann gab es einen gemeinsamen Gang, am Empfang vorbei auf die andere Straßenseite zum Gärtnerhaus, wo Felix lebt. Er ist geistig topfit, aber aus Gesundheitsgründen seit langem an sein Bett gefesselt und konnte deshalb dem Ständchen, was die Gemeinschaft für ihn gesungen hat (auch ein Lied aus der Schweiz, was für ihn immer wichtig war!) nur aus dem Fenster lauschen. Und danach ging es für Kaffee und Kuchen und geselligem Beisammensein in den Garten, wo an einem schattigen Platz ein Kuchenbuffett aufgebaut war. Bei diesem Gang durch unseren florierenden Garten wurde vielen noch einmal bewusst, welchen Beitrag Felix für das ZEGG geleistet hat. Nicht nur durch die Stiftung die den Kauf des ZEGGs ermöglichte, sondern auch darüber hinaus: Er ist derjenige, der unsere Landwirtschaft „den ZEGG-Garten“ in den 90er Jahren maßgeblich aufgebaut hat. Und wegen ihm heißt das gelbe Wohnhaus direkt an der Rosa Luxemburg-Straße bis heute ‚das Gärtnerhaus‘. Nicht nur weil es auf dem Grundstückes unseres Gartens steht, sondern weil er lange dort gelebt und darin viel gemacht und gewerkelt hat.

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So wurde an diesem Nachmittag nicht nur ein ein Schuldenerlass gefeiert. Er war auch ein Moment des Innehaltens und der Dankbarkeit. Es wurde sichtbar, wie sehr das ZEGG von Menschen lebt, die ihre Kraft, ihre Ideen und ihr Herz über viele Jahre eingebracht haben und einbringen. Felix hat das ZEGG auf ganz unterschiedlichen Ebenen mitgeprägt – durch seine großzügige Unterstützung in den Anfängen, durch seinen Aufbau des Gartens und durch sein langjähriges Wirken im Alltag der Gemeinschaft. Ohne Menschen wie ihn wäre das ZEGG nicht das, was es heute ist. Dafür danken wir ihm von Herzen.

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